flexheader3

19.06.2015 LG ÜA: Technische Hilfe

Die meisten PKW stehen nach einem Unfall, sozusagen Glück im Unglück, auf ihren vier Rädern, seltener kommen sie auf der Seite zum liegen. Am geringsten ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ein Auto auf dem Dach liegen bleibt.

Besonders die zuletzt genannte Lage ist für Patienten und Helfer sehr prekär. Mit dem Stabilisierungssystem Stab-Fast hat die Löschgruppe Westheim seit eineinhalb Jahren die Möglichkeit Fahrzeuge auch in diesen misslichen Lagen sicher schnell zu stabilisieren.

Bevor das genannte System an diesem Übungsabend in den Einsatz gebracht wurde, wurde zunächst einmal eine neu aufgekommene, zugegebenermaßen etwas unkonventionell wirkende Methode ausprobiert. Mit einiger Manpower wurde der kleine PKW aus der Dachlage behutsam zurück gedreht bis er wieder auf seinen eigenen vier Rädern stand. Danach hätten die gebräuchlicheren Taktiken zur Befreiung von Insassen angewendet werden können. Neben der anschließenden Erleichterung für die Einsatzkräfte, ist diese Methode auch für jene Patienten günstiger, dessen Kreislauf höhere Priorität hat als Verletzungen, die den Bewegungsapparat betreffen.

Manpower zum behutsamen Drehen des PKW

Zu Übungszwecken wurde sich danach auch noch an der konventionelleren Methode versucht. Nachdem durch die Heckklappe eine erste Zugangsöffnung zu dem wieder auf dem Dach liegenden Auto geschaffen worden war, wurde das Fahrzeug mit dem Stabilisierungssystem, angeschlagen an den Hinterrädern und der Laibung der hinteren Fenster, gesichert und das Glas rundherum entfernt.

Der stabilisierte PKWIm Anschluss daran wurden die C- und B-Säule mit der hydraulischen Rettungsschere gezielt durchtrennt und das Fahrzeug anschließend im hinteren Bereich mit einem Zylinder bei gleichzeitigem Nachspannen des Stabilisierungssystems auseinander gedrückt, um sich Platz für die Rettung des Patienten zu verschaffen.

Kamerad beim Durchtrennen der linken C-Säule mit der hydraulischen Rettungsschere

Weiterhin wurde noch angenommen, dass der Patient im Fußraum eingeklemmt war, sodass die Fahrertür herausgeschnitten und der Raum mit dem Zylinder ausgeweitet werden musste.

Ausgeweiteter Fußraum auf der Fahrerseite